Snuggery - Töplitzer Stube

 

Anläßlich der zweiwöchigen Künstlerresidenz, zu der mich die Galerie Töplitz auf die Insel einlud, entstand die Idee dort die "Töplitzer Stube" einzurichtet. Bei meinem ersten Projekt in Töplitz 2010 konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die Aussenansichten des Dorfes und verband ich verschiedene Stationen durch den Ort mit einer Führung, verwoben mit wahren und fiktiven Geschichten. Der zweite Aufenthalt bot die Möglichkeit eines intensiveren Austausches mit den Menschen selber und deren persönliche Wohnorte zu erkundigen. So wurde ich von 12 Töplitzer in ihre Wohnstube eingeladen. Jeder einzelne wurde beim Gespräch von mir nach dem Herzstück ihrer Stube gefragt, nach genau dem Gegenstand, der eine besondere Bedeutung für sie hatte, wichtig war oder eine Geschichte erzählte und jeder wählte etwas aus. Diese Gegenstände wurden von mir in Papier 1:1 nachgebaut und mit diesen Objekten in der Galerie wieder eine Stube eingerichtet. Überraschenderweise entstand am Ende aus der Idee eine wirkliche Stube, mit Kamin, Sitzgruppe, Schrankbufett und kleineren Teilen. Jeder Beitrag war sehr privat als auch Charakteristisch und stand während der Ausstellung im Blick der Öffentlichkeit. Andererseits ermöglichte der Nachbau in Papier eine große Assoziationsfläche, die Materialität und Dinglichkeit der Gegenstände trat zurück. Die Gedanken und die Erinnerung blieben erhalten, je intensiver und persönlicher die Geschichte zum Gegenstand war, desto intensiver versuchte ich ihn nachzubauen.